11 Ausgabe 114- Juni 2026 | 50 Jahre Stollenschließung | HISTORISCHE BETRACHTUNGEN GKB-Bergbau GmbH heute im einstigen Revier: in Wies, Bad Schwanberg, St. Martin i. S., Pölfing-Brunn und Oberhaag, wo teilweise bis 1975 untertägig Kohle abgebaut wurde. Außerhalb der GKB gab es noch Kohlenbergbau in Eibiswald und Wernersdorf. Insgesamt gibt es im Revier noch 335 sogenannte Tagöffnungen – das ist der Sammelbegriff für Stollenmundlöcher, Schächte und Gesenke. Zeugen dieser Zeit sind heute noch zu erkennen: die Halde neben der Wolframhütte in St. Martin oder das einstige Werksdirektionsgebäude der Grube Kalkgrub, an der B76 zwischen Bad Schwanberg und Steyeregg. Erst vor zwei Jahren wurde die letzte Tagöffnung im Wieser Revier von der immer noch bestehenden Knappschaft Pölfing-Bergla zu einer Erinnerungsstätte umgestaltet. In Steyeregg gibt es das Erlebnis-Bergbaumuseum. Die GKB-Bergbau GmbH hat im Prinzip sämtliche Anlagen rückgebaut. „Die Tagöffnungen und untertägigen Strecken wurden dort, wo es notwendig war, verfüllt. Manche Schächte wurden auch mit massiven Stahlbetonplatten abgedeckt“, sagt GF Nußbacher. Geringes Risiko Wirken Stollen oder Schächte auf die Oberfläche ein, können sie Schäden verursachen. Das Risiko im Bezirk Deutschlandsberg sei aber inzwischen gering. „Das Hauptaufgabengebiet der GKB ist die Minimierung des Risikos aus dem Altbergbau“, so Nußbacher weiter. „Daher sind neuralgische Punkte im Bezirk, an denen wir erhöhtes Schadenspotential erkannt haben, bereits so gesichert, dass nur noch ein Restrisiko besteht, das systembedingt nicht quantifizierbar ist.“ Ein Beispiel dafür ist die Verhüllung des „Wettergesenkes“ unter der B76 in Limberg bei Wies. „Sollte irgendwo dennoch ein Bergschaden auftreten, ist die GKBBergbau GmbH umgehend zur Stelle, um die notwendigen Maßnahmen zu setzen.“ Standardisiertes Rezept für die Absicherung gibt es laut Nußbacher keines, was es aber immer braucht: „Die genaue Kenntnis des Bergbaukartenwerks.“ Die GKB-Bergbau GmbH hegt und pflegt ihr Bergbaukartenwerk – und digitalisiert es: „Man darf sich darunter nicht das Abstauben von Archivregalen vorstellen, sondern selbstentwickelte und maßgeschneiderten GIS-Anwendungen oder die schrittweise Automatisierung von Abfrageroutinen.“ Berücksichtigen müsse man auch, wie tief der ehemalige Bergbau unter der Oberfläche liegt: „Je tiefer er liegt, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass er Auswirkungen auf das obertägige Gelände haben wird“, prüfen Nußbacher und sein Team jeden Einzelfall genau. Je nach bergbaulicher Gegebenheit müssen bei der Errichtung von Bauten auch gewisse statische Rahmenbedingungen eingehalten werden. Text: Simon Michl_Nachdruck aus MeinBezirk Deutschlandsberg / Fotos: GKB-Bergbau GmbH & K. Sommer Das Werk in Bergla einige Jahre vor der Schließung Die schöne Erinnerungsstätte bei Pölfing-Brunn Historisches Bild eines untertägigen Grubenbaus
RkJQdWJsaXNoZXIy NTgxNjc=