22 | Ausgabe 94 - Juni 2021 REISEBERICHT | Kanada - Mit dem Schiff zur Bahn / Teil 1 Sieht man den heutigen Staat Kanada auf dem Globus, wird einem als Erstes die Größe des Staatsgebietes auffallen. Die Süd-Nord-Ausdehnung des Landes beträgt etwa 4.630 km, die Ost-West-Ausdehnung ist etwa 5.500 km bei einer Landesfläche von 9.984.670 km². Das Eisenbahnnetz von Kanada mit 77.932 km entspricht in etwa der Summe der Eisenbahnnetze in Frankreich, Deutschland und Schweden mit 77.347 km bei einer Landesfläche von 1.348.982 km². Beide Daten sind ohne U-Bahn-Netze. Der Name Canada entstammt der Sprache der Irokesen. Es hieß ursprünglich „kanata“ und bedeutet Dorf oder Siedlung und wurde vom französischen Seefahrer Jacques Cartier zu Canada transkribiert. Er war im Jahre 1535 mit drei Schiffen und 100 Mann Besatzung den St. Lorenz-Strom bergwärts gesegelt. Am Ufer eines kleinen Zuflusses bei der heutigen Stadt Québec, ging er an Land und wurde von den Irokesen auf ihre Siedlung verwiesen. 1775-1783 fand der Amerikanische Unabhängigkeitskrieg zwischen den Dreizehn Kolonien an der Ostküste und der britischen Kolonialmacht statt. Dafür wollten sie auch „Kanada“ für sich als 14. Kolonie gewinnen, scheiterten jedoch Ende 1775 in der Schlacht von Québec. Der Verkehr als Entwicklungsmotor Die Entstehung des heutigen Staates Kanada hängt sehr mit der Entwicklung geeigneter Verkehrsverbindungen zusammen. Zu Beginn der Besiedlung gelangten Menschen und Güter auf Wasserwegen in das Hinterland. Später wurden auf dem Rücken der Pferde große Regionen erschlossen. Aus Europa kam um 1700 die Dampfmaschine, die in Bergwerken, Sägen, in der Industrie und Landwirtschaft Verwendung fand. Die stetig wachsende Zahl der Siedlungen wurde zusätzlich ab 1800 durch Wege im Hinterland für die Pferdekutschen und Planwagen erschlossen, um das ganze Jahr über unabhängig vom Zustand der Flüsse zu sein. Die gefrorenen Wasserstraßen wurden im Winter mit den Schlitten befahren. Dies unterscheidet den Ablauf der Besiedelung in Kanada deutlich, von dem in der südlich gelegenen USA. Dort mussten Wege nach Westen, über die zwischen 1.200 und 2.200 m hohen Appalachen überwunden werden. Mit dem Schiff zur Eisenbahn - Geschichte und Vielfalt des kanadischen Bahnwesens Blick auf die Verengung des Stromes zwischen der Stadt Québec und der Stadt Lévis auf etwa 1.100 m Breite. Sie gab der Provinz und der Stadt den Namen. Er wurde aus der Sprache der Algonkin entlehnt und bezeichnete die Stelle „dort, wo sich der Fluss verengt“. Sogar noch 800 km von der Mündung des Stroms in den Atlantik entfernt, sind die Gezeiten zwischen 1,8 und 3 m Unterschied noch bemerkbar.
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