Drehscheibe Nr. 113 März 2026

8 | Ausgabe 113 - März 2026 Drehscheibe: Herr Aufsichtsratsvorsitzender Weintögl, sie stehen nun seit rund drei Monaten an der Spitze des GKBAufsichtsrates. Wie war der Wechsel vom operativen Bereich in das oberste Kontrollorgan der GKB? AR-Vors. Weintögl: Nach einer gesetzlich vorgesehenen Cooling-off-Phase habe ich mit großer Freude und Dankbarkeit die Wahl zum Aufsichtsratsvorsitzenden der GKB angenommen. Denn nach den vielen Jahren als Geschäftsführer ist mir das Unternehmen, ja sind mir die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, natürlich sehr ans Herz gewachsen. Daher möchte ich, gemeinsam mit den anderen Aufsichtsrät:innen, eine aktivere Rolle einnehmen und das Unternehmen bei den fordernden Aufgaben der näheren Zukunft unterstützen. Aber natürlich ist der Aufsichtsrat primär ein Kontroll- und Beratungsorgan, die operativen Aufgaben und die strategischen Entscheidungen obliegen selbstverständlich der Geschäftsführung. Drehscheibe: Sie waren einer der wichtigsten Initiatoren der Elektrifizierung der GKB! Wie beurteilen Sie den aktuellen Stand der Projektentwicklung? AR-Vors. Weintögl: Vorweg gratuliere ich der GKB und ihrer Belegschaft zum gelungenen Start des elektrischen Bahnbetriebes und den großen Ange- „Weiterentwicklung und Diversifizier- ung machen die GKB [ ... ] erfolgreich“ Die GKB hat einen neuen Aufsichtsratsvorsitzenden: Die Redaktion der Drehscheibe sprach mit KR Mag. Franz Weintögl über seine neue Rolle und die künftigen Aufgaben der GKB. Wir erörterten mit dem neuen ARVorsitzenden auch die wirtschaftlichen Möglichkeiten des Unternehmens durch die neue Koralmbahn und die Zukunftschancen der GKB. botsausweitungen im Dezember sowie der Beauftragung mit den dazugehörigen erweiterten Busverkehren! All dies war nicht selbstverständlich und zeigt, wie gut und leistungsfähig die GKB trotz allem ist! Diese ersten Früchte der Elektrifizierung, die wir nun ernten können, sind echte Meilenstein der Mobilitätsentwicklung und eine gute Basis für die zukünftige Weiterentwicklung des Unternehmens. Drehscheibe: Welche Aufgaben muss die GKB künftig dafür bewältigen und wie wird der Aufsichtsrat des Unternehmens diese Entwicklungsprozesse begleiten? AR-Vors. Weintögl: Wie im Herbst kommuniziert wurde, soll die vollständige Elektrifizierung der weststeirischen SBahn-Strecken voraussichtlich bis 2033 abgeschlossen sein. Dann soll auch dort der E-Betrieb starten. Ein zentrales Zukunftsprojekt der GKB muss somit die Beschaffung von neuen modernen Elektrotriebwagen für den flächendeckenden elektrischen Bahnbetrieb sein. Dieser Beschaffungsprozess wurde bereits gestartet. Mit diesen Fahrzeugen werden die zukünftig geplanten Angebotsausweitungen möglich. Dafür muss auch die nötige Instandhaltungs- und Betriebsinfrastruktur für die Fahrzeuge errichtet werden, die nötigen Mittel hat der GKB-Aufsichtsrat bereits genehmigt. Aber auch eine moderne Sozial- und Verwaltungsinfrastruktur wird notwendig sein. Aktuelll wird zudem gerade eine ganze Flotte moderner neuer MAN-Busse in Betrieb genommen. Neue Aufgaben erwarten die GKB auch im Digitalbereich. Weiters wird ein effizientes, aber wertschätzendes Personalmanagement für noch mehr Mitarbeiter:innenzufriedenheit notwendig sein, denn der Fachkräftemangel trifft auch die GKB. Nicht zuletzt will das Unternehmen die beiden Joint Ventures im Schienengüterverkehr und die Regionalmobilität erfolgreich weiterentwickeln. Und all dies muss in wirtschaftlich schwierigen Zeiten bewerkstelligt werden. Dafür bedarf es der gemeinschaftlichen Anstrengungen aller Beteiligten. Der Aufsichtsrat wird der GKB bei diesen Aufgaben jedenfalls partnerschaftlich und unterstützend zur Seite stehen. Drehscheibe: Was bringen die neue Koralmbahn und die Elektrifizierung der weststeirischen S-Bahn-Strecken mittelfristig für den Zentralraum Graz und die Weststeiermark? AR-Vors. Weintögl: Die neue Koralmbahn, der elektrische Bahnbetrieb bei der GKB und die massiven Angebotsausweitungen im weststeirischen ÖPNV bringen uns der Mobilitätswende in der Steiermark ein großes Stück näher. Im Süden Österreichs entsteht ein neuer Ballungsraum, die Mobilität wird österreichweit neu gedacht und es ergeben sich für die GKB-/LTE-/ADT-Unternehmensgruppe neue wirtschaftliche Möglichkeiten. Drehscheibe: Machen wir abschließend noch einen Blick in die Zukunft - Wo sehen Sie die Graz-Köflacher Bahn und Busbetrieb GmbH in zehn Jahren? AR-Vors. Weintögl: Eine Prognose fällt hier schwer, es gibt zu viele - noch unbekannte - Variablen. Wenn die Rahmenbedingungen stimmen und die Wirtschaft in Europa wieder anzieht, wird die GKB in 10 Jahren ein konsolidiertes und sehr erfolgreiches europäisches Mobilitätsunternehmen sein. Dafür ist jedoch einerseits die möglichst zügige Fertigstellung der notwendigen Bahninfrastruktur im Grazer Zentralraum und in der Weststeiermark unerlässlich. Die GKB benötigt andererseits aber auch in Zukunft die notwendigen Finanzmittel für die UmINTERVIEW | Aufsichtsratsvorsitzender Mag. Franz Weintögl

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