9 Ausgabe 111 - September 2025 | ralmbahn abgestimmt ist. Das bedeutet nicht nur kürzere Fahrzeiten und dichtere Takte, sondern auch mehr Komfort für die Fahrgäste. Für mich ist das aber noch mehr: Es ist ein klares Signal für den Ausbau des öffentlichen Verkehrs im Süden der Steiermark. Jede neue Zugverbindung bedeutet weniger Stau, weniger Emissionen und mehr Lebensqualität. Wer heute in der Region wohnt, soll sein Auto auch einmal stehen lassen können, weil Bus und Bahn eine echte Alternative bieten. Die Elektrifizierung ist zudem ein wichtiger Beitrag zum Erreichen unserer Klimaziele. Mit jedem elektrischen Zug sparen wir CO2 ein. Es zeigt sehr deutlich, wohin die Reise geht: hin zu einem integrierten öffentlichen Verkehrsnetz, das den Individualverkehr spürbar reduziert und gleichzeitig wirtschaftlich sowie ökologisch sinnvoll ist. Drehscheibe: Die GKB übernimmt ab 14. Dezember auch eine wichtige Zubringerfunktion zum Fernverkehr auf der Koralmbahn. Wie soll der öffentliche Personennahverkehr im Südwesten der Steiermark ausgebaut werden? NAbg. Moitzi: Die GKB wird ab Dezember die zentrale Rolle im Zubringerverkehr zur Koralmbahn spielen. Dafür brauchen wir ein Gesamtpaket, das nicht nur mehr Züge, sondern auch eine bessere Verknüpfung mit dem Regionalbusverkehr bietet. Wir wollen sicherstellen, dass Pendlerinnen und Pendler pünktliche Anschlüsse haben und dass die Umstiege reibungslos funktionieren. Konkret heißt das: Mehr Taktungen auf der S6 und S7, moderne Fahrzeuge und ein barrierefreier Ausbau der Stationen. Park-&- Ride-Anlagen werden erweitert, damit der Umstieg vom Auto auf die Bahn so einfach wie möglich ist. Das Ziel muss eine durchgehende Mobilitätskette sein – von der Region bis in die großen Wirtschaftszentren, ohne lange Wartezeiten und komplizierte Umstiege. Mit diesem Ansatz wollen wir den öffentlichen Verkehr im Südwesten der Steiermark auf ein ganz neues Niveau heben. Drehscheibe: Schauen wir abschließend in die Zukunft: Wohin soll sich der öffentliche Verkehr in der Steiermark in den nächsten 10 Jahren entwickeln? Verkehrsausschussvors. NAbg. Wolfgang Moitzi | INTERVIEW NAbg. Moitzi: In den nächsten zehn Jahren wollen wir den öffentlichen Verkehr in der Steiermark nicht nur weiter ausbauen, sondern auch intelligenter machen. Ein großes Thema ist die sogenannte „letzte Meile“. Es muss uns gelingen, dass man auch in den ländlichen Regionen bequem und einfach von der Haustür zum nächsten Bahnhof oder Busknoten kommt. Autonome Kleinbusse könnten hier in Zukunft eine sehr große Rolle spielen. Gleichzeitig müssen wir die Infrastruktur widerstandsfähiger machen. Wetterextreme wie Starkregen oder Unwetter stellen den Bahnbetrieb immer öfter vor Herausforderungen. Deshalb ist es wichtig, dass wir Bahnhöfe, Strecken und Technik so ausbauen, dass sie künftigen Belastungen standhalten. Mein Ziel ist klar: In zehn Jahren soll der öffentliche Verkehr in der Steiermark die erste Wahl sein – klimafreundlich, verlässlich und attraktiv für alle Generationen. Dafür braucht es ein Gesamtpaket aus modernen Technologien, besserer Vernetzung und konsequentem Ausbau. Drehscheibe: Danke für das Interview! Geboren am 1. August 1984 in Judenburg, absolvierte Wolfgang Moitzi die HTBLA Kapfenberg für Elektrotechnik und begann nach dem Präsenzdienst ein Studium der Rechtswissenschaften an der Uni Graz. Schon früh engagierte sich der Obersteirer in der Sozialistischen Jugend, wo er bis zum Bundesvorsitzenden aufstieg. Von 2008 bis 2013 war er zudem Vorsitzender der Bundesjugendvertretung. Nach seinem Ausscheiden aus dem SJ-Vorsitz trat Wolfgang Moitzi in den Landesdienst ein und war als Referent im Büro des damaligen LH-Stv. Schrittwieser u. a. zuständig für Behindertenwesen und Mindestsi sowie Wohnbeihilfe. Nach seinem Wechsel zu Soziallandesrätin Kampus betreute er die Bereiche Behindertenhilfe und Seniorinnen. Parallel war der SPÖ-Politiker ab 2012 Mitglied des Gemeinderates und Ortsparteivorsitzender von Spielberg sowie in der Landesbildungsorganisation der Partei tätig. 2015 wurde Wolfgang Moitzi zum Leiter des steirischen KarlRenner-Institutes bestellt. Im September 2018 rückte er als Abgeordneter in den steirischen Landtag nach, dem der stellvertretende Landesgeschäftsführer der SPÖ bis 2024 angehörte. In dem Jahr übernahm Wolfgang Moitzi den Vorsitz der Kinderfreunde Steiermark und entschied sich für eine Kandidatur zum Nationalrat. Am 24. Oktober 2024 wurde er als Nationalratsabgeordneter angelobt. Seit 26. Februar 2025 ist NAbg. Wolfgang Moitzi auch Obmann des Ausschusses für Verkehr und Mobilität. Privat macht der sportliche Spielberger im Winter anspruchsvolle Skitouren, im Sommer geht er gerne Wandern und Laufen.
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