Drehscheibe Nr. 111 September 2025

11 Ausgabe 111 - September 2025 | Straßengüterbeförderung | HISTORISCHE BETRACHTUNGEN Dafür beschaffte man sechs Mack-Dieselkastkraftwagen. Von 1955 bis 1978 übernahm die GKB-Kraftwagensparte außerdem den Haldenbetrieb für den Bergbaubetrieb in Fohnsdorf. GKB-Lastwagen unterwegs in Europa Ab 1956 stieg die GKB mehr und mehr in das LKW-Fernverkehrsgeschäft ein. Man transportierte Holz aus obersteirischen Sägewerken nach Triest und Rijeka, die Gegenfracht war vorwiegend Obst für Wien. Von 1958 bis 1970 führte die GKB zudem Öltransporte mit Tanklastkraftwagen von Schwechat in den Grazer Raum durch. Im Jahr 1960 erlebte der Kraftwagenbetrieb mit 50 LKW und 40 Anhängern seinen Höchststand. Mit der Inbetriebnahme der Umladeanlage für Kohlewaggons am Graz Köflacherbahnhof im Jahr 1962 übernahmen die GKBLastkraftwagen die Kohlenlieferungen für Großverbraucher in Graz, wie das Landeskrankenhaus oder das Fernheizkraftwerk. Auch im Bezirk Köflach und nach Kärnten lieferte man Kohle an Großkunden, dafür waren von Montag bis Freitag drei Lastkraftzüge im Einsatz. Weitere Aufträge ergaben sich in Deutschlandsberg, so transportierte man Holz per LKW für die Fa. Liechtenstein. Im Geschäftsjahr 1965 beförderte die GKB im Kraftwagengüterverkehr den Spitzenwert von 2 Millionen Tonnen, wovon gut die Hälfte Transporte innerhalb des GKB-Konzerns waren. Im Mai 1969 schloss die GKB einen Vertrag über den Transport einer Jahresmenge von 50.000 Tonnen Kohle zum Dampfkraftwerk St. Andrä im Lavanttal ab. Diese Transporte waren bis 1982 ein wichtiger Auftragsanteil des Lastkraftwagengeschäftes, obwohl der Material- und Personaleinsatz hoch war. Parallel dazu wuchs der Fernverkehr stetig. In Spitzenzeiten waren 8 Fernverkehrslastkraftwagenzüge - vorwiegend im Adriaraum und in Deutschland - unterwegs. Ab Mitte der 1980iger Jahre wurde der Lastkraftwagenbetrieb wieder verstärkt für Transporte im firmeneigenen Bergbaubetrieb, für Holztransporte und mit Muldenfahrzeugen im Tagebergbau eingesetzt. Im Bereich Frauental-Stainz-Deutschlandsberg setzte man zu der Zeit zudem einen sogenannten Straßenroller für Transporte ein, dafür wird ein Eisenbahnwaggon auf einen Anhängergezogen. Im Jahr 1985 umfasst der GKB-Wagenpark bei 25 Fahrern noch 10 LKW für den Nahverkehr, 4 Fernverkehrslastkraftwagenzüge und 5 Solo-Fahrzeuge. Ende des Straßengüterverkehrs Aber das Ende zeichnete sich da bereits ab: Dieser Dienstzweig des GKB-Kraftwagenbetriebes hatte seine Hochblüte mit dem Wirtschaftsaufschwung in den 1950iger Jahren. Er etablierte sich als wichtiger Teil des steirischen Güterbeförderungsgewerbes, verlor aber aufgrund der wirtschaftlichen Lage spätestens mit Ende der 1980iger Jahre an Bedeutung für die GKB. Sodass, der Geschäftszweig aus ökonomischen Gründen bereits vor der Trennung von Bergbau- und Mobilitätsbereich im Jahr 1998 aufgegeben werden musste. Text: Mag. Ernst Suppan Quelle: 50 Jahre Kraftwagenbetrieb von Dr. Krafft-Ebing Fotos: GKB-Archiv, Festschrift & Alfred Moser MAN-LKW b. Straßenrollerbetrieb in Deutschlandsberg im Jahr 1989 Die GKB setzte verschiedene LKW-Typen ein (o. r. und u.)

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